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zu Seite 1928 


          Seite 51          

Rechte Schreiber
20.09.26
Seite 1920

 

Des Genitiv's Dativ ist dem Rechtschreibnazi sein innerer Reich's Parteitag, weil der Apostroph richtig sitzt: Apostroph's kommen ja immer vom Genitiv. Oder halt vom Plural. Und besonders erfreulich: Heutzutage ist sogar die Schreibweise "Petra's Haarstudio" zulässig! Der berüchtigte Friseur's-Apostroph ist also offiziell rehabilitiert, und vor allem auch die Salon-Betreiber:innen. Sie werden jetzt nicht mehr als Depp:innen diskriminiert, wenn sie "Cindy's" etc. aufs Schild schreiben. In den USA ist es ja auch nicht so. Von daher würde ich sagen: Der Genitiv ist überhaut erst jetzt vollständig bei uns angekommen, mit all seinen orthographischen Sonderformen. Deutschland hat zur internationalen Grammatik-Gemeinschaft aufgeschlossen. Der Reformdruck durch die Friseur:innen war irgendwann einfach zu groß, schätze ich.

 

Poeta nocturnus
20.09.26
Seite 1920

 

Ist alles gekauft! Hermann der Cherusker und die Lyrik-Brigade. Dass es die jetzt auch noch gibt ... :-) ich schmeiß mich hinters Sofa. Aber klar: Für Lyrik braucht es spezialisierte Lyriknazis. Das habe ich sofort eingesehen und verinnerlicht. Jetzt überlege ich natürlich, ob ich auch einer bin.

 

Lyrik-Brigade
20.09.26
Seite 1920

 

@Poeta nocturnus: Hier wurde aber mehrfach "das Apostroph" geschrieben. Sogar "Rechtschreib-Brigade" hat es so geschrieben.

Lyrik ist ja auch gar nicht die Aufgabe der Rechtschreibbrigade, sondern der Lyrik-Brigade, denn die Rechtschreib-Brigade rekrutiert sich bloß aus Grammatiknazis statt aus Lyriknazis.

 

Salve!
20.09.26
Seite 1920

 

@Poeta nocturnus Das Bitterste zuerst, damit ich's hinter mir habe: "Apostroph" ist Maskulinum. DER Apostroph.

Diese verfluchten Artikel. Hätte der Wichtigtuer Hermann der Cherusker damals nicht die Römer vertrieben, würden wir heute alle Latein sprechen, und zwar ohne Artikel.

 

Poeta nocturnus
20.09.26
Seite 1920

 

Zunächst: Ich war's. Die selbsternannte Qualitätslyrik ist von mir. Ich freue mich, dass sie gefallen hat! Und danke für die rege Teilnahme hier im Forum!

Es ist hier tatsächlich eine umfassende Erörterung und Aufdröselung des Apostroph-Problem's (<– ja!) in meinem zweiten Vers gelungen (ich liebe Deppen-Apostroph's!). Sämtliche Aspekte dieses speziellen Problem-Apostroph's wurden beleuchtet, auf hohem Niveau diskutiert und mit alternativen Lösung's-Vorschlägen garniert. Ich habe alles gründlich gelesen und sage jetzt, wie ich die Sache sehe.

Das Bitterste zuerst, damit ich's hinter mir habe: "Apostroph" ist Maskulinum. DER Apostroph. Hier wurde aber mehrfach "das Apostroph" geschrieben. Sogar "Rechtschreib-Brigade" hat es so geschrieben (huch!), obwohl er eine Rechtschreib-Brigade ist. Aber Schwamm drüber: Was meinen speziellen Apostroph im Gedicht betrifft, sind sämtliche Überlegungen und Argumente dazu sinnvoll, nachvollziehbar und haltbar. Bei diesem Apostroph kann es aus guten Gründen zu Irritationen kommen, gar keine Frage. Ist ja auch passiert. Aber:

– Der Apostroph ist nicht falsch. "in's" steht für "in des", wie unten richtig bemerkt, und das geht. Na ja, hoffentlich. Es ist halt ein Genitiv-Apostroph. Falls es so was gibt ... seht ihr, jetzt geht's wieder los! Vorhin war ich mir noch ganz sicher! Duden anrufen?

– Aber diese Apostroph-Konstruktion ist zum Glück nicht alternativlos (A. Merkel). Man muss ja nicht "in" und "s" zusammenkleben und einen Apostroph dazwischenquetschen, sondern man kann auch das "s" als eigenes (Kurz-)Wort abtrennen und ihm den Apostroph exklusiv voranstellen, also "Der Mond schien hell in 's Musels Meuchelkammer".

– Und es geht auch die unten vorgeschlagene Variante "Der Mond schien hell in Musels Meuchelkammer". Ich finde die absolut überzeugend! Danke dafür! Die ist vollständig poesiekonform, sie klingt gut, ist verständlich und bringt einen nicht durcheinander.

 

ZZ-Lyrikkritik
20.09.26
Seite 1920

 

Verehrte Rechtschreib-Brigade,

Sie haben ganz recht, im lyrischen Furioso, dass unten stehendes Gedicht in meinem Innersten auslöste, habe ich ein unschuldiges Apostroph erdolcht. Aber die Frage bleibt: Wofür steht dies Apostroph? Sie sagen, und Sie sagen es mit Recht:
„… sondern wie ein Kollege weiter unten schon richtig gesagt hat, "in's" steht für "in des Musels".“

Das ist korrekt. Ohne Apostroph hätte es also geheißen:

„Der Mond scheint hell in des Musels Meuchelkammer,“

Und das wäre grammatikalisch, orthografisch und metrisch einwandfrei, abgesehen von der Silbenfrage. Aber weil @Qualitätslyrik aus metrischen Gründen eine Silbe einsparen musste oder wollte, setzte er eben einen Apostroph. Ich will hier gar nicht die müßige Frage erörtern, ob vielleicht unter völligem Verzicht des Apostrophs diese Zeile nicht auch sehr wohlklingend gewesen wäre, ungeachtet der Tatsache, das penible Silbenzähler vielleicht, tauchten sie ein in diese Gedichtzeile ohne Apostroph, irgendwann empört mit einer überzähligen Silbe im Maul wieder auftauchen würden. Egal.
Dennoch bleibt bei:

„Der Mond scheint hell in's Musels Meuchelkammer,
hebt Kopf und Säbel schaurig-schön hervor.“

ein kleiner Stolperstein beim Lesen, denn der unvoreingenommene Leser würde doch in diesem Zusammenhang den Apostroph zunächst nicht lesen als „in des“, sondern als „in das“, weil "in das" viel häufiger vorkommt als "in des". Aber "in das" passt natürlich nicht, weil die Meuchelkammer als solche ja weiblich ist, und wessen Kammer ist es - die des Musels. Also schweift der Blick des unvoreingenommenen Lesers wieder zurück in die Zeile bis zum Apostroph, da bemerkt er seinen genitiven Fehler, fährt daher korrekterweise innerlich fort mit „hell in des Musels Meuchelkammer“ usw. ...

Es mag natürlich sein, dass ich hier irre, denn offen gesagt, ich kenne gar keine „unvoreingenommenen Leser“. Möge also der Weltgeist die Frage entscheiden.

 

Rechtschreib-Brigade
19.09.26
Seite 1920

 

Kein Apostroph zuviel!
"Ins" wäre gleich "in das", das ist hier aber nicht gemeint, sondern wie ein Kollege weiter unten schon richtig gesagt hat, "in's" steht für "in des Musels". Hier ist das Apostroph vollkommen richtig.

Schön übrigens, solche Mitleser und -schreiber zu haben.

 

ZZ-Lyrikkritik
19.09.26
Seite 1920

 

Zunächst, das Gedicht von @Qualitätslyrik ist sehr gut. Wie hier schon erwähnt, hat …
„Es knackt im Hals, es strömt das Blut in Bächen,
und fallend nimmt das Haupt ein letztes Bad.“

… mitreißende bildhafte Kraft, und was könnte man Besseres über Lyrik sagen?

Freilich, in …

„Der Mond scheint hell in's Musels Meuchelkammer,
hebt Kopf und Säbel schaurig-schön hervor.“

… scheint es ein Apostroph zuviel zugeben, und zwar bei „in's“, und eins ist gewiss, Platen wäre ein solcher Lapsus nicht passiert, aber meine Damen und Herren, die ZZ-Spalte ist eine Schnellschreiber-Spalte, da legt man nicht ein Gedicht erst noch über Nacht aufs Eis, um es Tags darauf nochmal zu korrigieren. Also geschenkt.

Rätselhaft-metaphysisch dann das Ende:
„Und wer nun glaubt, dies käm' vom Hexenhammer,
der schau' auch mal in Frankensteins Labor.“

Dies gibt in der Tat zu denken. Was ist gemeint mit „Frankensteins Labor“? Gibt es hier vielleicht eine lyrische Brücke zu Igor, dem Medizinisch-Technischen Assistenten (MTA) von Dr. Frankenstein? Oder steht „Frankensteins Labor“ stellvertretend für den neuen Menschen, erschaffen durch die KI, ein perfektes Wesen, aber ohne Gehirn und ohne Negerschwanz? Die Frage stellt sich, und noch andere.

 

Scheiße sprach der Kanzler
19.09.26
Seite 1920

 

und das Volk jubelte.

 

Es ist angezapft
19.09.26
Seite 1920

 

Der erste schwule Faß-Anstich.

 

          Seite 51          




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