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Waren es nicht wieder zwei "Wir sind bunt und unteilbar und jetzt wollen wir der Welt mal zeigen, wie friedlich der Islam ist"-Touristinnen, die da in Marokko ermordet wurden?
Am Grauen des Vorgangs ändert das freilich nichts.
Höre, die Tage wurden in Marokko zwei jungen alleinreisenden westlichen Frauen bei lebendigem Leib die Köpfe abgeschnitten, und das auch noch mit übergebührlicher Langsamkeit. Derartige Sachen passieren ja nun häufiger, in welcher Form auch immer, ggf. nach vorherigem Gebrauch. Es scheint sich dabei um eine Art evolutionäres Aussortieren der Unvorsichtigen zu handeln, anders kann ich mir die Sache nicht erklären. Nun, was solls, denn es gehört ihnen ja nicht nur ihr Bauch, sondern auch ihr Kopf.
Da der prinzipiöse Konstrukt-Charakter der Welt, also all dessen, was laut Ludwig Wittgensten "der Fall ist", in der Tat längst nachgewiesen ist, und zwar mit nachgerade pankletistischer Obsineranz (dies ist selbst aus der reichlich anspruchsvollen megalotheoretischen Perspektive der Transphilosophie nicht zuviel gesagt), dürfte auch der hypermoderne, gar futurokratische Relotismus nicht, wie vielfach behauptet wird, an jener anakomalen Subtergozität im Umgang mit Faktoiden leiden, die den Produkten der Medien allzu generastisch unterstellt zu werden pflegt. Mit einem Wort: Eine Relotiuskel ist nicht per se hebdoglamauk – so sehr sich dies ihre Agronten auch wünschen mögen.
Weltexklusives wELt Interview mit "ZZ" Chefredakteur Bernd Zeller:
Nach der Offenlegung eines Fälschungsskandals bei der „ZZ“ beginnt die interne Suche nach Ursachen. „Natürlich gibt es wahrscheinlich ein systemimmanentes Problem“, sagt „ZZ“-Journalist Bernd Zeller (BZ). Ein Interview über Selbstkritik.
wELt: Wie kritisch kann die „ZZ“ gegen sich selbst sein?
BZ: Ich denke, dass wir mit den Veröffentlichungen bewiesen haben, dass wir sehr kritisch mit uns selbst sein können.
wELt: War es ein Einzelfall oder ein systemimmanentes Problem? Ein Beispiel. Ein Nannen-Preis (Anmerkung: renommierter Journalistenpreis) wurde einem „ZZ“-Reporter aberkannt, weil er im Einstieg über den Modelleisenbahnkeller von Horst Seehofer geschrieben hatte, ohne da gewesen zu sein.
BZ: Ich habe von der Eisenbahn nicht in Betrugsabsicht geschrieben. Diese Eisenbahn gibt es ja, auch wenn ich ihr nie persönlich begegnet bin, steht die Bahn ja trotzdem da, beim Seehofer im Keller. Das ist mal sicher. Ja gut, wir müssen unsere Verfahren ein wenig überprüfen, wir müssen überprüfen, ob wir richtig aufgestellt sind. Aber wir werden nicht grundsätzlich infrage stellen, wie wir hier arbeiten - darauf können Sie sich verlassen!
wELt: Danke für das Gespräch.
Die Jury entzieht dem unter Betrugsverdacht stehenden Spiegel-Redakteur Claas Relotius heute den Peter Scholl-Latour Preis 2018. Neuer Preisträger ist ein Reporter des: STERN
Das nenne ich Humor!
Die Online-Satirezeitung powered by Bernd Zeller
4. September 2026
Örtlicher Typ fragt sich, ob es Nachrichten gibt, die er nicht erfährt
Zwar hält er sich für gut informiert, weil der örtliche Typ Radio und Fernsehen sowie Zeitungen heranzieht. Dennoch befallen ihn Zweifel, ob es etwas geben könnte, was er nicht erfährt. «Gerade die Vielfalt der Medien ist es, was die Möglichkeit der Lücke aufkommen lässt», so befindet er im ZZ-Gespräch. Indes: «Viele Nachrichten werden es nicht sein, die nicht abgedeckt werden», schätzt er.
Didi Hallervorden bedauert, dass er nicht zwanzig Jahre älter ist, so dass er noch in der Weimarer Zeit Wahlkampfauftritte gegen die Nazi-Faschisten gemacht hätte
Comedy ist nichts als Timing, diese Regel beherzigen alle, die dazu die Gelegenheit haben. Didi Hallervordens mutige Auftritte wären in den späten Zwanzigern und frühen Dreißigern des letzten Jahrhunderts effektvoller gewesen, so dass die Gefahr einer Geschichtswiederholung gebannt wäre. «Der Fluch der späten Geburt darf nicht als Ausrede gelten, jetzt untätig zu sein», erklärt der Kult-Nonstopnonsenser gegenüber der ZZ.
Den Denkzettel müssen die Wähler vor der Wahl kriegen
Denkzettelwahlen sind das gute Recht der Wähler, aber sie müssen begreifen lernen, dass der Denkzettel auf sie zurückwirkt. Darum ist es das Beste für alle, wenn den Wählern der Denkzettel schon vorab erteilt wird. Nur so können sie sich über die realen Folgen ihrer Entscheidung ein Bild machen. Warnungen und Mahnungen reichen eben schon nicht mehr.
Journalistische Herausforderung: Wie differenziert man, wenn 56 Prozent der Wähler keine zurückgebliebenen Abgehängten sind?
Man darf nicht alle über einen Kamm scheren, diesen Auftakt macht die journalistische Sorgfaltspflicht beim Sichern der Qualität. Wer Haltung im Gepäck hat, muss Gesicht zeigen, und das in Richtungen, wo es wehtut. Die Gefahr kommt von da, wo sie lauert. Was das für die Stabilität der Gesellschaft bedeutet, liegt beim Bundespräsidenten, der zuverlässig die richtigen Worte aus dem Fundus greift.
MDR mit Rekord bei Einschaltquoten
Der MDR kann sich über Rekordquoten bei Einschaltenden freuen und tut es natürlich auch. Alle wollen noch mal MDR gucken oder hören, besonders die Sendungen aus Sachsen-Anhalt. «Die Abkürzung von SA für Sachsen-Anhalt dürfte absichtlich gewählt worden sein», sagt der Landesfunkhauschef gegenüber der ZZ.