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zu Seite 982 


Seite 1          

Aus dem Gewerkschaftsleben
13.05.26
Seite 1864

 

Yasmin Fahimi hatte alles, was man sich wünschen kann. Sie war weiblich, sah gut aus, hatte migrantische Wurzeln, war in der SPD, gehörte dort zum linken Flügel, war in der Gewerkschaft, wo sie bis ganz nach oben durchgereicht wurde, und saß nun auf dem dicksten Posten des Proletarier-Fürsorge-Universums: DGB-Vorsitzende. Mehr konnte man als Mensch eigentlich nicht erreichen. Es war der Gipfel des Sozialen – und der Mensch war eben vor allem sozial, wie Yasmin wusste. Yasmin fand im Grunde alles sozial, außer den Kapitalismus und vielleicht noch die innere Sau im Menschen, die für das individuelle Vorankommen nötig war. Zu ihr hatte Yasmin ein ganz natürliches und entspanntes Verhältnis, untermischt mit Dankbarkeit: Die Sau kämpfte für sie. Rücksichtslos und bis zum Umfallen, wenn's sein musste. Diese innere Sau war tatsächlich etwas, das außerhalb des Sozialen existierte, existieren durfte, ja existieren musste. Jeder Mensch brauchte sie. Und manche brauchten sie eben mehr als andere – zum Beispiel sie, Yasmin Fahimi. Zum Beispiel heute in Berlin. Wie hätte sie da die Sache beim DGB-Kongress hinkriegen können, wenn nicht mit ihrer inneren Sau, oder sozusagen als Sau? Gar nicht natürlich. So etwas konnte man nur als Sau, wahlweise in der Sau-Rolle, der inneren Sau-Identität und Vergleichbarem. Für Berlin jedenfalls hatte Yasmin die Sau rausgelassen, dass Gott erbarm: Sie hatte sämtliche Gewerkschaften inklusive SPD-Anhang vorab durchgeimpft mit Hass und Hetze gegen Merz, hatte sämtliche CDU-Positionen für prinzipiell abzulehnend erklärt, hatte alle sozialistischen Besucher der Veranstaltung mit Handzetteln versorgt, darauf die genauen Zeitpunkte und Inhalte der durchzuführenden Beifallsäußerungen, Proteste, Störaktionen etc.pp., hatte ... man kann sich den Rest denken. Und das Ergebnis war triumphal säuisch, sprich katastrophal: Alles hatte so geklappt, wie Yasmin gewollt hatte. Merz war komplett pulverisiert – man fragte sich, ob ein Bundeskanzler so etwas ertragen kann –, die CDU-Positionen waren ausnahmslos abgeräumt, die sozialistischen Positionen waren samt und sonders durchgesetzt, die Genoss:innen feierten ihren Klassenkampf-Sieg gegen das Kapital, die Reichen, den Faschismus – und das alles hatte sie, Yasmin, zuwege gebracht.

Zufrieden saß sie am folgenden Morgen auf der Terrasse und nippte genießerisch an der Kaffeetasse, darin ein edler Maragogype aus dem Feinkostladen um die Ecke. Die Vögel umschwirrten das stattliche 250-qm-Haus. Auf dem Tisch lagen alle Zeitungen des Tages und schrien Yasmins Triumph heraus. "Hmm – ich bin wirklich eine Sau", gluckste Yasmin vergnügt. "Aber immerhin eine Sozialsau."

 

Keiner vor mir
13.05.26
Seite 1865

 

hatte so ein Betragen!

 

Revisionist
12.05.26
Seite 1864

 

"From the river (Oder) to the sea (Ostsee).
Ostdeutschland will be free!"

Kampfruf der Ostdeutschen Befreiungsfront (OBF)

 

Eier
12.05.26
Seite 1864

 

"Sie haben alle keine Eier", dachte Friedrich verbittert, als er das DGB-Podium verließ, "sie haben mir geschworen, dass sie keine haben – und jetzt das!" Er wischte sich angeekelt die Sauerei vom Schädel und ging Richtung Waschraum. So etwas – da war er sicher – hatte kein Bundeskanzler vor ihm ertragen müssen.

 

Ertragen
12.05.26
Seite 1864

 

"Ich trag's nicht!", rief Kleist hochsuizidal und drückte ab. Henriette sank getroffen zu Boden; Kleist sank bald hinterher.

 

Leid
12.05.26
Seite 1864

 

"Kein Pott vor mir hat so etwas ertragen müssen", dachte der Ruhrpott verbittert, wobei er einräumte: Düsburch ist am schlechtesten weggekommen.

 

Sozial
12.05.26
Seite 1864

 

"Keine Sozialdemokratin vor mir hat so etwas ertragen müssen!", schrie Bärbel ins Megafon. Sie war nun mal eine Krawallschachtel und ging zum Trainieren in den Keller.

 

Ertragen
12.05.26
Seite 1864

 

„Kein Cunt-Fritz vor mir hat so etwas ertragen müssen“, dachte Cunt-Fritz verbittert, weil der Lars im Kabinett wieder entsetzlich nach billigem Haarschampu roch, in Geruchsrichtung grüner Apfel. „Wenn es wenigstens Geruchsrichtung Boskop wäre“, dachte Cunt-Fritz resigniert, aber da kam auch schon die Bärbel auf ihn zu, und Cunt-Fritz schaltete routiniert auf Mundatmung um, denn die Bärbel roch noch hundertmal schlimmer als der Lars, weil sie offenbar 365 Tage im Jahr dieselben hatte.

 

ZZ Leserumfrage
12.05.26
Seite 1864

 

Welche Barden sind am nervtötendsten?

A) Udo Lindenberg
B) Herbert Grönemeyer
C) Helene Fischer
D) Der Fettsack von den Prinzen

 

Da fehlen
12.05.26
Seite 1864

 

1. Bärbeck
2. Habock
3. Scholz

 

Seite 1          




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