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Das Interview im SPIEGEL-Check: Eine exklusive Relotiade 16.08.26
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Es war früher Nachmittag. Die Starkhitze lag wie ein riesiges Kissen über dem SPIEGEL-Hauptquartier. Niemand konnte sich dem Zugriff dieses hybriden Kolosses aus Heißluft, Feuchtigkeit und Klimawandel entziehen. Die Klimaanlagen im Gebäude waren abgeschaltet. Umweltschutz. Jeder hatte Verständnis dafür, aber heute hätte man sich doch ein wenig Kühlung gewünscht. Bei dem, was auf dem Spiel stand, wäre es fast zu rechtfertigen gewesen. Fast.
14.47 Uhr. SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit betritt den Großen Redaktionssaal in der 12. Etage. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereits versammelt. Es herrscht eine nervöse Unruhe. Fast zum Greifen. Der Saal ist abgedunkelt. Viele Blicke sind auf die große Leinwand gerichtet. Hier soll es gleich losgehen. Man wird gemeinsam das neueste Interview eines Bloggers anschauen. Eines der umstrittensten der Republik. Aber das gehört eben zum Geschäft. Elite-Journalisten müssen so etwas aushalten. Tag für Tag.
14.52 Uhr. Kurbjuweit gibt den Startschuss. Der Beamer flammt auf. Ansatzlos erscheint eine geradezu gespenstische Szene auf der Leinwand: Dunkler Raum, zwei Mikrofone, dahinter der Blogger Ben Berndt alias "ungescriptet" und – ja, tatsächlich Ulrich Siegmund, AfD. Der gefährlichste Mann Deutschlands. Rechtsextrem, demokratiefeindlich, kurz vor der Machtübernahme in Sachsen-Anhalt – wenn man ihn nicht rechtzeitig stoppt. Und genau das wollen Kurbjuweit und seine Kolleg:innen. Was sonst. Dafür haben sie sich heute versammelt. In ihren Gesichtern spiegelt sich Angst und Erschrecken über das unvermittelte Hereinbrechen der Bilder auf der Leinwand – unschöne Bilder, wie Angela Merkel einmal treffend sagte –, aber sie fangen sich schnell. Profis eben.
15.13 Uhr. Im Saal hört man nur die Stimmen von Ben Berndt und Ulrich Siegmund. Die Journalist:innen hören konzentriert zu, machen sich Notizen. Sie wollen ein absolut objektives Bild gewinnen. Wie immer. Das sind sie sich und dem SPIEGEL schuldig. Und sie wissen es. Die Tür geht auf; es wird Kaffee hereingebracht. Niemand möchte einen. Es ist zu heiß. Stattdessen wird Mineralwasser verlangt. Eisgekühlt. Die Servierfachfrau macht sich auf den Weg. Bei einem Blick auf die Leinwand wirkt sie geschockt. Man möchte sie gerne beschützen vor dem, was hier zu sehen ist.
16.25 Uhr. Kurbjuweit erklärt die Sitzung für beendet. Ganz plötzlich. Unerwartet. Obwohl man erst ein knappes Drittel des Videos gesehen hat. Überall geschockte Gesichter. Die Journalist:innen hatten sich so viel vorgenommen. Und sie waren so voller Hoffnung gewesen. Dieses Video sollte den Stoff liefern für das, was jetzt existentiell nötig war: Den Endkampf gegen rechts in Sachsen-Anhalt. Mit diesem Video wollten sie Ulrich Siegmund überführen, endgültig überführen – und damit seine Machtergreifung unmöglich machen. Sie wollten es für ganz Deutschland tun. Für seine Demokratie. Sie wollten die Menschen zurückholen auf die demokratische Seite der Brandmauer. Doch Dirk Kurbjuweit, ihr Chef, erhob nun die Stimme und verkündete: "Liebe Kolleg:innen, das Interview ist leider völlig einwandfrei, soweit wir es gehört haben. Es gibt nichts her, was für unsere Mission geeignet wäre, und ich bin mir sicher, dass auch der Rest nichts hergeben würde. Ich denke, Ulrich Siegmund ist ein so raffinierter Verstellungskünstler, dass wir seine wahren Absichten nicht entschlüsseln können, jedenfalls nicht mit unseren derzeitigen Methoden. Ich danke euch allen, dass ihr es versucht habt! Wir müssen uns für diesmal geschlagen geben, aber es besteht kein Grund zur Scham oder zu Selbstvorwürfen, denn wir hatten es mit einem übermächtigen Gegner zu tun. In diesem Sinne wünsche ich euch ein erholsames Wochenende!"
16.33 Uhr. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Scharen von enttäuschten Journalist:innen verlassen mit gebeugten Köpfen das SPIEGEL-Hauptquartier an der Relotiusspitze und ziehen davon. Man kann nicht einmal ahnen, wohin sie ziehen – nach diesem schicksalhaften Tag. Doch ihr Kampf wird weitergehen. Und er wird nie enden. Darauf kann man sich verlassen.
Wenn die Jägerin dem Näger in den Jäger hilft, dann ist beim Waidmann Polen offen.
An alle, denen die ZZ zu langweilig ist und die mal richtig lachen wollen: 15.08.26
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"Hamburgs Mundsburg Tower: Jedes Zimmer für Migranten kostet 1979 Euro im Monat
Im Mundsburg Tower im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd, den der städtische Betrieb Fördern und Wohnen Anfang 2023 erworben hat, leben durchschnittlich 336 Geflüchtete und Obdachlose - die Gesamtkosten summieren sich auf 7,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr."
(zitiert nach TE vom 15. August 2026)
Bundespräsident Steinmeier warnt: Volksnationale Autoritätskammern verbreiten den Boden für die Übertragungswege des Coronavirus
Frank-Walter Steinmeier nutzte die Gelegenheiten der auf ihn gerichteten Mikrofone, um eine eindringliche Mahnung gegen einen einzigen Fußbreit dem Coronavirus ins Offene zu geben. «Abschottung und Mundschutz erscheinen als einfache Lösungen, dabei sind sie der Schoß, aus dem die Übertragungen in der abgegrenzten Filterblase gedeihen und zur Epidemie werden. Sexismus und Transphobie sind die unguten Begleiterscheinungen der Folgen, deren Anfängen wir in aller Entschlossenheit entgegentreten müssen, um Enthemmung und Verrohung keine Wiederholung zu bieten», sagte er der ZZ-Mediengruppe.
Was ist wirklich dran an der Aufregermeldung, die in Foren die Runde macht, Zweifel am Endsieg über die Klimakatastrophe solle als Klimarettungszersetzung bestraft werden?
Um es vorwegzunehmen: Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Meinungsfreiheit ein hohes Gut, das in der Demokratie von Belang ist. Wie verträgt es sich dann damit, dass angeblich gefordert wird, Klimawehrkraftzersetzer sollen ins Gefängnis? Gar nicht, denn so ist es auch nicht. Erstens wird in minder schweren Fällen Geldstrafe verhängt, und zweitens soll gar kein neuer Straftatbestand geschaffen werden, sondern nur der Volksverhetzungsparagraph ohne Änderung des Wortlautes auf diese Art der Hetze und des Hasses Anwendung finden, und das ist eine völlig normale Rechtsfortbildung, wie sie einer Demokratie zu Gesichte steht, die mit der Zeit geht und die Grundlagen ihrer eigenen Existenz sichert, und zu denen gehört nun mal ein menschenwürdiges Klima.
Alle Karikaturisten wollen der erste sein, der den Witz bringt mit dem Gast mit Schutzmaske im chinesischen Restaurant
Beim Cartoonzeichnen ist es genauso wie mit kaum was anderem. Darum ist es umso wichtiger, er einen Gag zuerst gehabt hat. «Beweisen lässt sich aber nur, wer was zuerst veröffentlicht hat, darum kann ich jetzt gar nicht weiter erzählen oder so, sondern muss den Gag mit dem Gast im chinesischen Restaurant, der einen Mundschutz trägt, machen, um der erste zu sein, der es gemacht hat, und auch, bevor die Lage vielleicht zu ernst wird, und es heißt, das geht nicht, obwohl, ist ja nichts mit Klima oder Juden», sagte der örtliche Cartoonist dem ZZ-Recherchenetzwerk.
Forschung: Neandertaler haben Mammuts und Wollnashörner gejagt, um das Klima zu retten
Sie waren die Indianer der Eiszeit, die Neandertaler, die im Einklang mit der Natur lebten und ihren Lebenssinn darin sahen, das Klima zu schützen. Darum haben sie die großen Tiere ausgerottet, die ja ganz schlimm für das Klima sind. Genützt hat es den Neandertalern letztlich nichts, denn die neandertalergemachte Erwärmung bedeutete ihr Aus. Da hätten sie aus dem Feuer aussteigen müssen.
Darum erweist sich Trumps Nahost-«Friedensplan» als Mogelpackung unter den Nebelkerzen
Ein Plan für die Lösung des Nahost-Konflikts ist die Königsklasse der US-Diplomatie, denn das heißt, etwas zu bewirken, was das deutsche Auswärtige Amt nur fordert. Kritik an Trumps untauglichem Versuch kommt von allen Seiten der Demokraten. Denn: Die Amtsenthebung wird komplett ausgespart, die ist gar kein Thema. «So geht es nicht», twitterte auch Heiko Maas.