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SYSTEMTHEORIEN Vier satirische Einakter
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zu Seite 439 


Seite 1          

Mensch & Hunger
07.10.26
Seite 1928

 

Man sagt, der Hunger treibt es rein.
Wie weit er's treibt, das ist umstritten.
Treibt er dem Musel rein das Schwein?
Dann hätt' der Teufel ihn geritten!

Mir hat er immerhin schon Maus
und Biberkutteln reingetrieben.
Von daher sieht es ganz so aus:
Er ist der große Boss geblieben.

 

Oh Mann
07.10.26
Seite 1928

 

Könnt ihr bitte mal aufhören? Ich krieg Kohldampf! Aber ist schon passiert, jetzt kann ich nur noch ans Essen denken. Bei mir wär's ein Marderfilet "Frenzy" (in schwerer süßer Sherrysoße) mit Safran-Rosinen-Reis und Mango-Schlüsselblumen-Salat. Bin nun mal Feinschmecker, kann nichts dafür.

 

Nö
07.10.26
Seite 1928

 

Krötenschenkel? Das ist schade für den Kartoffelbrei. Ich nehme lieber die gebackene Otterleber "Berliner Art" mit Kartoffelbrei und Wirsinggemüse. Dazu einen örtlichen Müller-Thurgau, aber auf keinen Fall "bio", da fehlt die spritzige Pestizid-Note.

 

Nun
07.10.26
Seite 1928

 

Ich bevorzuge Krötenschenkel mit Kartoffelbrei. Ein altes Allgäuer Bauernrezept, das besonders häufig zur Zeit der Krötenwanderung gekocht wird.

 

@les seuls Froschfresseurs
07.10.26
Seite 1928

 

Jetzt, wo Sie's sagen! Nur der Franzose ist monströs genug, auch heute noch Frösche zu fressen. Oder die EU hat's ihm inzwischen verboten. Weiß das hier jemand?

 

Scandaleux
07.10.26
Seite 1928

 

Les Français sont les seuls Froschfresseurs de la monde.

 

@Auch Kartoffeln haben Schenkel
07.10.26
Seite 1928

 

aber sie springen mir beim Verschlingen nicht aus dem Mund!

 

Geschichtspathetiker
07.10.26
Seite 1927

 

Der 6. Oktober 2026 hat Deutschland für immer verändert. In den Geschichtsbüchern wird man ihn als Geburtsstunde einer neuen Republik feiern, nämlich der blauen Republik. Man wird ihn auch als Tag des Mauerfalls 2.0 bezeichnen, weil an ihm der endgültige Schlag gegen die Brandmauer geführt wurde. Nach diesem Tag ist die Wahl von Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt nur noch Formsache. Er, der 6. Oktober, hat schon alles gebracht, was dazu nötig ist. Er ist der wahre deutsche Revolutionstag post Merkel, der ganz große Befreiungstag. Hurra!

 

@SA-Wahl
06.10.26
Seite 1927

 

Aber das Schlimmste waren ja die vier Stimmen zuviel. Das gibt schlaflose Nächte bei den Richtigen. Wer war das?! Was tun mit ihnen? Es bleibt unterhaltsam.

 

@Todesopfer
06.10.26
Seite 1927

 

Wir kondolieren den SA-Opfern ganz herzlich. Ihr Tod erlöst sie vom heraufziehenden Nazireich und uns von ihnen. So gehet denn hin mit Marx, er erwartet euch – Amen.

 

Seite 1          




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Voll die Diskriminierung
Nullgeschlechtling hat keine Chance, Transgender zu werden
Da heißt es immer freie Wahl der geschlechtlichen Einordnung oder auch gar keine und so, aber da sind die Mainstreamgeschlechter wieder mal im Vorteil, also sind die anderen im Nachteil und demzufolge benachteiligt. Der örtliche Mensch ohne Geschlecht, der nicht einmal weder noch ist, kann zum Beispiel nicht zum Transgender umgewandelt werden. «Da müsste ich erst einmal in einen falschen Körper, um dann in umoperiert werden zu können. Das kann es ja wohl nicht sein», beklagt er im ZZ-Gespräch. «Aber immerhin ist es angenehm zu wissen, dass ich in den Schreibweisen mitgemeint bin.»

Hier schimpft der Ressortchef
Die schuldmindernde Wirkung einer Kultur darf nicht benutzt werden, um diese Kultur unter Generalverdacht zu stellen
Es ist immer wieder ein gefundenes Fressen für das selbsternannte Volksempfinden, geschürt durch noch selbsternanntere Vulgärpopulisten. Ein Bub oder sonstiger Gastarbeitsloser macht etwas Schlimmes, und das Gericht verhängt nicht die Höchststrafe, wie der Zorn der Rachebürger es begierig verlangt, sondern berücksichtigt die Kultur des Angeklagten, durch die er den Unrechtsgehalt seines Tuns anders einschätzt als der einseitige Kolonialwesten. Wer nun aber meint, einen Freifahrschein für die Generalverdächtigung zu haben, diese Kultur begünstige Verbrechen oder sei per se exorbitant, ist weder Jurist noch kultursensibel. Nur die Achtung der uns fremden Kultur ebnet dem Kulturling den Weg in die Integration. Strafe jedenfalls nicht.

Solidarität der Religionen:
Kirchen und Gewerkschaften vertreten Ditib beim Ramadammarsch gegen Terror
An dem trotz Hunger und Wärme von gemäßigten Muslimen angesetzten Demonstrationszug zur Abgrenzung gegen Terror kann sich die türkische Islambehörde nicht beteiligen, dafür haben wir Verständnis. Aber das ist die tolle Nachricht: «Terror hat Ursachen, und die liegen bei uns, und deshalb übernehmen wir das Demonstrieren stellvertretend», sagte die Sprecherin der Kommunistischen Plattform in der Evangelisch-Lutherischen Kirche, den Namen haben wir nicht verstanden, es war so laut und bunt, eine super Stimmung, da braucht man fast keine Documenta, was nicht heißt, dass man da nicht auch hinsoll.

Grüne: Irgendwas für alle muss mehrheitsfähig sein
Mit einem Befreiungsschlag wollen die Grünen die Oberhand zurückgewinnen. «Etwas für alle zu fordern, kann nur gerecht sein», sagte Cem Özdemir mit großer Brille zu Katrin Göring-Eckardt. Das Spitzenduo ist sich sicher, dass alle etwas für alle wollen müssen, und wer dagegen sein sollte, stellt sich in die Abseitsfalle. Jetzt ist es nur noch eine Vermittlungsfrage.

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In einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzlerin und Bundespräsidenten, der sich auch Vizekanzler Gabriel, Kanzlerkandidat Schulz und Präsident Juncker anschlossen, würdigten sie das Engagement des Altkanzlers für das gemeinsame Europa und betonten, die Spendenaffäre hätte so nicht sein müssen.

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