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Sie führen für ihre Verdachte-Leugnung den Duden auf, aber es sollte ihnen doch wirklich aufgefallen sein, das nach diversen katastrophalen Rechtschreibreformen der Duden seine Richtlinienkompetenz verloren hat, ja ich möchte sogar behaupten, dass er in größten Teilen der Jugend gänzlich unbekannt ist.
Warum sollte ein multipler Verdacht keine Verdachte sein, ja sogar Verdächte? Ich halte das für ganz natürlich. Das nie von Verdachten oder Verdächten im Raum die Rede ist, immer nur vom Verdacht im Raum, spricht eher für eindimensionales Denken statt gegen die Verdachte und Verdächte.
Ich räume ihnen allerdings ein, dass normalerweise der Singular ausreicht, um hinreichend die Bedeutung des Verdachts abzudecken (Verdachtgemeinschaft klingt wirklich besser als Verdachtegemeinschaft), bestehe aber auf Sonderfälle, in denen der Singular versagt. Z. B., ein Mann wird vor Gericht verdächtigt, seiner Schwiegermutter mit einem stumpfen Gegenstand den Schädel eingeschlagen zu haben – Verdacht Nr. 1. Außerdem wird seine Frau verdächtigt, ihm vor der Tat den stumpfen Gegenstand gereicht zu haben – Verdacht Nr. 2. Also bestehen hier Verdachte oder Verdächte, wie man will.
Was ihre Beschimpfungen des singulären Verdachts im Raum betrifft (Wicht, Schwanzlurch usw.), so will ich so tun, als hätte ich das nicht gelesen, sonst würde es meine staatsbürgerliche Pflicht erheischen, Sie der Rechtschreib-Brigade zu melden, und was das bedeuten würde, ist uns allen bekannt, und zwar nicht nur als Verdacht. Lieber konzentriere ich mich auf philologische Untersuchungen, ob die Spannung im Raum, die öfters in Rezensionen (Film, Theater) erwähnt wird, gattungsgleich ist mit dem Verdacht im Raum, und falls ja, was ihr gemeinsamer Vorfahre ist, oder ob es sich einfach bloß um Journaille-Gefasel handelt.
Meinetwegen können alle hinausgehen 14.10.26
Seite 1931
Des Kanzlers Biberpolitik,
so wie sie bisher war gestaltet,
versprach zwar höchstes Biberglück,
doch war sie dafür zu veraltet.
Als äußerst kontraproduktiv
erwies sich bald die Bibermauer:
Sie war Gut-Böse-selektiv
und stellte diese Pflicht auf Dauer.
Kein Biber wußte noch, wohin!
Denn "guter Biber - böser Biber",
dies Spiel kam keinem in den Sinn.
So wuselten sie wie im Fieber
von hier nach da und wieder z'rück,
ohn' Sinn und Plan und Herzenslenkung.
Sie liebten sich ja sonst am Stück,
sprich alle gleich, ohn' Hirnverrenkung!
DAS konnte länger gut nicht geh'n.
Sie kannten weder Gut noch Böse
und sahen doch die Mauer steh'n!
Da pfiffen sie aufs Merzgetöse
und bissen mit vereinter Kraft
die Mauer Stück für Stück hernieder.
Dann riefen sie, als dies geschafft:
Beim nächsten Mal, da mach' mer's wieder!
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