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zu Seite 1458 


Seite 1          

Das Interview im SPIEGEL-Check: Eine exklusive Relotiade
16.08.26
Seite 1905

 

Es war früher Nachmittag. Die Starkhitze lag wie ein riesiges Kissen über dem SPIEGEL-Hauptquartier. Niemand konnte sich dem Zugriff dieses hybriden Kolosses aus Heißluft, Feuchtigkeit und Klimawandel entziehen. Die Klimaanlagen im Gebäude waren abgeschaltet. Umweltschutz. Jeder hatte Verständnis dafür, aber heute hätte man sich doch ein wenig Kühlung gewünscht. Bei dem, was auf dem Spiel stand, wäre es fast zu rechtfertigen gewesen. Fast.

14.47 Uhr. SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit betritt den Großen Redaktionssaal in der 12. Etage. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereits versammelt. Es herrscht eine nervöse Unruhe. Fast zum Greifen. Der Saal ist abgedunkelt. Viele Blicke sind auf die große Leinwand gerichtet. Hier soll es gleich losgehen. Man wird gemeinsam das neueste Interview eines Bloggers anschauen. Eines der umstrittensten der Republik. Aber das gehört eben zum Geschäft. Elite-Journalisten müssen so etwas aushalten. Tag für Tag.

14.52 Uhr. Kurbjuweit gibt den Startschuss. Der Beamer flammt auf. Ansatzlos erscheint eine geradezu gespenstische Szene auf der Leinwand: Dunkler Raum, zwei Mikrofone, dahinter der Blogger Ben Berndt alias "ungescriptet" und – ja, tatsächlich Ulrich Siegmund, AfD. Der gefährlichste Mann Deutschlands. Rechtsextrem, demokratiefeindlich, kurz vor der Machtübernahme in Sachsen-Anhalt – wenn man ihn nicht rechtzeitig stoppt. Und genau das wollen Kurbjuweit und seine Kolleg:innen. Was sonst. Dafür haben sie sich heute versammelt. In ihren Gesichtern spiegelt sich Angst und Erschrecken über das unvermittelte Hereinbrechen der Bilder auf der Leinwand – unschöne Bilder, wie Angela Merkel einmal treffend sagte –, aber sie fangen sich schnell. Profis eben.

15.13 Uhr. Im Saal hört man nur die Stimmen von Ben Berndt und Ulrich Siegmund. Die Journalist:innen hören konzentriert zu, machen sich Notizen. Sie wollen ein absolut objektives Bild gewinnen. Wie immer. Das sind sie sich und dem SPIEGEL schuldig. Und sie wissen es. Die Tür geht auf; es wird Kaffee hereingebracht. Niemand möchte einen. Es ist zu heiß. Stattdessen wird Mineralwasser verlangt. Eisgekühlt. Die Servierfachfrau macht sich auf den Weg. Bei einem Blick auf die Leinwand wirkt sie geschockt. Man möchte sie gerne beschützen vor dem, was hier zu sehen ist.

16.25 Uhr. Kurbjuweit erklärt die Sitzung für beendet. Ganz plötzlich. Unerwartet. Obwohl man erst ein knappes Drittel des Videos gesehen hat. Überall geschockte Gesichter. Die Journalist:innen hatten sich so viel vorgenommen. Und sie waren so voller Hoffnung gewesen. Dieses Video sollte den Stoff liefern für das, was jetzt existentiell nötig war: Den Endkampf gegen rechts in Sachsen-Anhalt. Mit diesem Video wollten sie Ulrich Siegmund überführen, endgültig überführen – und damit seine Machtergreifung unmöglich machen. Sie wollten es für ganz Deutschland tun. Für seine Demokratie. Sie wollten die Menschen zurückholen auf die demokratische Seite der Brandmauer. Doch Dirk Kurbjuweit, ihr Chef, erhob nun die Stimme und verkündete: "Liebe Kolleg:innen, das Interview ist leider völlig einwandfrei, soweit wir es gehört haben. Es gibt nichts her, was für unsere Mission geeignet wäre, und ich bin mir sicher, dass auch der Rest nichts hergeben würde. Ich denke, Ulrich Siegmund ist ein so raffinierter Verstellungskünstler, dass wir seine wahren Absichten nicht entschlüsseln können, jedenfalls nicht mit unseren derzeitigen Methoden. Ich danke euch allen, dass ihr es versucht habt! Wir müssen uns für diesmal geschlagen geben, aber es besteht kein Grund zur Scham oder zu Selbstvorwürfen, denn wir hatten es mit einem übermächtigen Gegner zu tun. In diesem Sinne wünsche ich euch ein erholsames Wochenende!"

16.33 Uhr. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Scharen von enttäuschten Journalist:innen verlassen mit gebeugten Köpfen das SPIEGEL-Hauptquartier an der Relotiusspitze und ziehen davon. Man kann nicht einmal ahnen, wohin sie ziehen – nach diesem schicksalhaften Tag. Doch ihr Kampf wird weitergehen. Und er wird nie enden. Darauf kann man sich verlassen.

 

NOK-NOK
16.08.26
Seite 1905

 

Es gibt einen Kanal mit Schleppern und Schleusern, doch doch, wo, immer bei den Gleichen.

 

mitsammar
16.08.26
Seite 1905

 

Heilix Blechle, dô hosch recht.

 

An alle
15.08.26
Seite 1905

 

Mir hen's jô. On wenn's bloß virtuell isch.

 

Hinweis in eigener Sache
15.08.26
Seite 1905

 

Ich wollte nie Leder-Mokassins tragen, und dabei bleibe ich.

 

ZZ Samstagsbarometer
15.08.26
Seite 1905

 

Ekligste Manndarsteller der Woche

- Michel Rotznase
- Fritze Pinocchio
- Lars Schwitzschwul

 

Verkehrtrum
15.08.26
Seite 1905

 

Wenn die Jägerin dem Näger in den Jäger hilft, dann ist beim Waidmann Polen offen.

 

An alle, denen die ZZ zu langweilig ist und die mal richtig lachen wollen:
15.08.26
Seite 1905

 

"Hamburgs Mundsburg Tower: Jedes Zimmer für Migranten kostet 1979 Euro im Monat
Im Mundsburg Tower im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd, den der städtische Betrieb Fördern und Wohnen Anfang 2023 erworben hat, leben durchschnittlich 336 Geflüchtete und Obdachlose - die Gesamtkosten summieren sich auf 7,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr."
(zitiert nach TE vom 15. August 2026)

 

An alle Nicht-Neger in Berlin
15.08.26
Seite 1905

 

Ab sofort dürfen im Berliner "Volksbad" auch Nicht-Neger wieder baden.

 

Dünnbrunzpresse
15.08.26
Seite 1905

 

Die Wetten laufen: Wird JR vom Niusportal noch heuer sowohl dem Bibikriminellen als auch dem Süddolf die Eier lecken?

 

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9. Oktober 2023


Gastbeitrag von Christian Lindner: «Â‘n Dreck müssen wir, die FDP ist jetzt grün!»
Es ist besser, keine Opposition zu sein, als schlechte Opposition zu sein. Diese Erkenntnis beginnt, wenn es darum geht, ein klares Zeichen für Klimaschutz, Transformation und gerechte Wirtschaft zu setzen, und das ist unabhängig von sogenannten Wahlergebnissen selbsternannter Wählender.

Wahlen: Grüne triumphieren über Grünenfeindlichkeit, SPD schärft Profil
Die Demokratie hat gewonnen. Für Olaf Scholz gibt es Rückenwind von allen Seiten, das klare Zeichen ist, er muss Kanzler bleiben, um weiter regieren zu können. Und das ist es, was er jetzt braucht. Markus Söder kann ihm nicht gefährlich werden und dem Land auch nicht.

Letzte Generation spendet CO2-Zertifikate für Hamas
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Unverhofftes Wiedersehen: Heiko Maas trifft Sigmar Gabriel in Moschee
Der Zufall schreibt manchmal die besten Geschichten. «Ich hatte das Gefühl, wie der in die Politik zu gehen», erklärt Heiko Maas im ZZ-Gespräch. Womit er nicht rechnete, war, dass sein alter Parteifreund Sigmar Gabriel dieselbe Moschee zum Solidaritätsbesuch auserkoren hatte. War aber so. Zusammen begegneten sie Frank-Walter Steinmeier, was aber kein so großer Zufall ist, das war irgendwie abzusehen. «Wir bleiben bunt», sagten sie in ihrer gemeinsamen Schlusserklärung.

Örtlicher Typ ist ganz froh, dass bei ihm erst mal keine Wahlen sind
«Die Lage ist zwar alles andere als zufriedenstellend», urteilt der örtliche Typ gegenüber der ZZ, «aber was ich auch nicht möchte, ist, dass andere Kräfte das Ruder an sich reißen». Diese Gefahr ist immer eine reale Bedrohung, wenn gewählt wird. Darum ist der örtliche Typ ganz froh, dass da, wo er ist, vorerst so was nicht ansteht. «Da ist Stabilität das Motto der Stunde», zeigt er sich beruhigt.

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