Diese Website verwendet keine Cookies für Analyse, Tracking oder Marketing.
Das eingebettete YouTube-Video verwendet Cookies von Drittanbietern, diese laden wir nur mit Ihrer Zustimmung.
Wir sind nicht bloß Brüder, nicht bloß Blutsbrüder, nein wir sind Kartoffelbreibrüder. Leider Gottes wurde und wird der Kartoffelbrei in der Kunst sträflich (das sagt man an dieser Stelle immer) vernachlässigt, zu Ungunsten der Salzkartoffel und der Nudel. Das einzige nennenswerte Gemälde, das die KI bezüglich Kartoffelbreis anbietet, ist David Potwins „Potato Eater“. Ich kannte vorher weder Maler noch Gemälde, und ich kann mich des Eindrucks kaum erwehren, dass dieser Farbkleckser Potwins auf Seiten der Salzkartoffel oder der Nudel steht und daher plumpe Anti-Kartoffelbrei-Propaganda abgeliefert hat:
Verblüffend, was Sie schreiben. Da stimmt ja jedes Wort! Wie konnten Sie wissen, dass ich Kartoffel-Geringschätzer bin, aber Kartoffelbrei liebe? Okay, Kant wusste auch nicht, woher er das mit Steinmeier wusste, aber trotzdem: Meinen Respekt. Wenn ich mir schmeicheln wollte, würde ich sagen: Ich dichte offenbar hinreichend heinesch, um vom kundigen Leser verstanden zu werden. Der kann mir quasi in die Seele gucken, wenn er's liest, und so soll's ja sein. (Danke übrigens für "heinesch". Heine ist unter meinen Lieblingsdichtern die Nr. 1, aber das war Ihnen sowieso klar, schätze ich.)
Je nun! Widmen wir uns den Kartoffeln. Für mich ein wirklich interessantes und relevantes Thema, denn, Hosen runter: Ich bin Süddeutscher (Südwest), das heißt Spätzlefresser. Spätzle und Nudeln, am besten jeden Tag. Wenn Sie mit diesen Gottesgeschenken als Standard-Nahrung aufwachsen, dann ist Ihnen die Kartoffelverachtung quasi genetisch eingebrannt. Kein Entkommen möglich. Nur wenn die Oma einen Kartoffelbrei serviert, sprechen Sie drauf an, oder auch mal auf Bratkartoffeln, aber sonst herrscht tiefe Nacht. Vor allem bei Salzkartoffeln. Sie sprechen es ja an! Salzkartoffeln sind der Feind, das absolute no-go, die kulinarische Kreuzigung. Hier kann es keine Überlebenden geben, jedenfalls nicht in Süddeutschland. Der Süddeutsche versteht ja nicht mal, wieso die Kartoffel überhaupt als ernsthaftes Nahrungsmittel gehandelt wird, d.h. als sättigendes (vgl. Sättigungsbeilage! Das behaupten sie ja von der Kartoffel!). Nein, der Süddeutsche hält die Kartoffel für eine Art exotisches Gemüse, das man VIELLEICHT hier und da mal neben das Schnitzel legen kann, aber warum eigentlich, da doch richtiges Gemüse viel besser schmeckt.
Sie sehen: Ich entspreche kartoffelmäßig genau Ihrer Beschreibung. Wir sind kartoffelverwandt bis ins Detail. Das freut mich, das fühlt sich gut an, denn es ist mal was anderes. Wie oft schon wurde ich von Kartoffelfressern diskriminiert, besonders von den norddeutschen! Diese Menschen haben kein Verständnis für Spätzlefresser. Lehnen sie ab. Emfinden sie als Angriffskrieg auf die Kartoffel. Manche haben vermutlich noch nie eine Nudel im Mund gehabt, oder es ist ihnen nicht aufgefallen, weil's so selten war. So, und jetzt noch ein Wort zu "Rote Bete": Auch da herrscht Übereinstimmung mit Ihnen. Mag ich nicht, interessiert mich nicht, finde ich tuckig. Es ist erschreckend!
Da! Der Spaltenpoet @Es geschah bei Tisch ist völlig auf meiner Kartoffelbrei-Seite, warum sonst hätte er gedichtet:
„Kartoffeln und Bete geschrumpelt“
Kann man Geringschätzung für Kartoffeln (gemeint sind natürlich Salzkartoffeln, aber das wäre eine Silbe zu viel) und Bete besser, eleganter, bündiger, ja heinescher ausdrücken als in dieser einen Zeile? Ich sage nein. Zu Königsberger Klopsen gehört zwangsläufig Kartoffelbrei, manche sagen dazu auch Kartoffelpüree oder schlicht Püree, ich gehöre nicht dazu. Und Rote Bete? Das ist doch Tuckennahrung.
Steinmeiern hören heißt leiden, sprach Kant.
Er wußt' nicht, woher er das wußte,
nur, daß er's wohl irgendwie mußte
bei seinem verschärft visionären Verstand.
Er grübelte fort, bis es rußte.
Längst kalt war'n die Klopse, erstarrt war die Soß',
Kartoffeln und Bete geschrumpelt,
kam Hegeln ins Zimmer gehumpelt:
Ich hörte 'nen Meiern! Bei Gott, 's war ganz groß!
Da hat's dann diskurslich gerumpelt.
Die Online-Satirezeitung powered by Bernd Zeller
24. Februar 2023
Klartext von Christian Lindner: «Der Übergang von der Informationsgesellschaft in die Transformationsgesellschaft braucht eine klare Ampel»
FDP-Chef Lindner hat in einem Gastbeitrag für die ZZ klare Kante bezogen. Der Ampel kommt eine Führungsrolle bei der Transformation zu, weil Zukunft nur gemeinsam erreicht werden kann, so seine Kernbotschaft. «Wer ein Zurück zum Hin und Her will, bei dem sind die Zeichen der Zeit noch nicht angekommen», schreibt er seinen Kritikern ins Stammbuch.
Papst gestattet, während der Fastenzeit nach Sonnenuntergang zu essen
Eine Liberalisierung, die es unter einem Amtsvorgänger nicht gegeben hätte: Während des sechswöchigen Fastenmonats darf nur tagsüber nichts gegessen werden, nach Sonnenuntergang ist Fastenbrechen. «Damit setzen wir ein weiteres Zeichen für Ökumene und Vielfalt», sagte Franziskus der ZZ.
Klimakleber klebt sich an Steuererklärung von Manuela Schwesigs Klimastiftung
Dass Aktivismus auch zu weit gehen kann, beweist der Klimakleber, der die Steuererklärung von Manuela Schwesigs Klimastiftung vor dem Verfeuern im Kamin bewahren wollte. Nur die eilig herbeigerufenen Sicherheitskräfte konnten ihn davon abreißen und davonprügeln. Der dürfte seine Lektion gelernt haben.
Inflation begünstigt Männer: Einladung zum Kaffee ist wieder eine Machtdemonstration
Frauen sind nicht nur von der Geschlechterlohnlücke benachteiligt, sondern verstärkt auch von der Inflation. Die Kaffeepreise nehmen einer Frau die Freiheit, eine Einladung zum Kaffee auszuschlagen. Damit werden patriarchale Strukturen, die längst überwunden geglaubt waren, aufs Neue zementiert. Frauen brauchen eine Kaffeeausgleichspauschale.
Bittere Trübnis nach Karneval in Rio: Aschermittwoch in Rio
Es ist das absolute Kult-Muss für alle Südamerika-Touristen: der Karneval in Rio, die größte und heißeste Party von ganz Rio. Aber was die Reiseführer verschweigen: Der Aschermittwoch in Rio ist von postkarnevalistischer Depression geprägt. Das Ende der tollen Tage macht die normalen Tage zum Belastungstrauma, und die nächsten tollen Tage sind so lange hin wie sonst nie. Das ist die bittere Wahrheit, der ins Auge gesehen werden muss.