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saß da die Nachbarin auf dem Balkon und aß eine Banane. So, wie sonst auch: Erst obenrum schälen, dann mit der Zunge langsam an der Seite lang lecken und rund um die Spitze, dann mit den Lippen langsam drübergleiten und bisschen dran nuckeln, dabei großen Augenaufschlag machen, das, äh, Dingens dann andeutungsweise im Mund rein und raus bewegen, auch von innen gegen die Wange, und zuletzt mit keckem Grinsen reinbeißen. Kennt man ja und mag.
Mir kamen Zweifel - konnte dort überhaupt meine frühere, hübsche Nachbarin sitzen und essen? War diese doch kurz zuvor, und ausnahmsweise mal nicht im Sinne von nackig, ausgezogen. Es könnte dann die neue, tonnenförmige Nachmieterin sein mit ihrem frechen violetten Kurzhaarschnitt und den vielen Katzen. Angewidert sah ich weg, dann wieder hin: auch die neue Nachbarin kam nicht in Frage, denn die Person war gar nicht fett, sondern hatte nur so gewirkt mit ihrer dicken Winterjacke (es waren ja minus vier Grad), derer sie sich, trotz Kälte, lasziv strippend mit Banane im Mund, entledigte und sich darunter, buchstäblich, als spindeldürr, flachbrüstig und unansehnlich entpuppte. Ihre Bürstenhaare waren schwarz statt lila, das Grinsen überheblich und debil. "Fie, fie, Peleftine!" blupperte sie noch, Banane kauend. Bevor noch mehr Kleidung fallen würde, erkannte ich die schreckliche Wahrheit, ... und wachte davon auf.
Frage an "Hessen hetzt": wissen Sie denn, wer es war?
Zunächst einmal ist es zweifellos eine illegale Einfuhr von Lebensmitteln. Es könnte also sein, dass Zollbeamte da ein Schlupfloch schließen würden.
Die Banane war einmal das demokratische Schlüsselobst für Gesamtdeutschland, sozusagen der gelbe Tod des Sozialismus, ein zutiefst ikonisches Krummgewächs des Kapitalismus etc. pp. Und heute? Geht's nur noch darum, wieviel die Banane kostet, siehe ZZ 1818. Das heißt aber: Jeder KANN sie kaufen, wenn er existentiell darauf angewiesen ist oder es zu sein glaubt. Der Kapitalismus verlangt bloß von ihm, dass er dann etwas anderes NICHT kauft – und auch das nur vorübergehend. Er verlangt KEINEN Verzicht – weshalb es auch nicht zu Bananen-Deprivation kommen kann, also zu mehr oder minder schweren Entzugserscheinungen.
Der eigentliche Witz an der Sache ist nun aber, dass es solche Bananen-Entzugserscheinungen gar nicht gibt. Kein Mensch braucht zum Überleben Bananen! Schon gar nicht täglich! Und auch dann nicht, wenn er in den rechten Bundesländern lebt! (Also auf meiner Karte sind die alle rechts. Ich hab gerade nochmal draufgeschaut.)
Die ZZ kann natürlich trotzdem eine Bananenstory bringen, ganz klarer Fall. Wir sind ja hier nicht bei Lanz oder so. ABER, lieber Herr Zeller, wenn Sie in Ausgabe xy eine Bananenstory bringen, jedoch NICHT auch eine Nacktbarin, dann ist das problematisch. Dann kann es wirklich zu Entzugserscheinungen kommen! Leser "Banana Joe" hat geschrieben: "Die vollbekleidete Seite 1818 ist bis auf das gut gelungen." Das ist zurückhaltend formuliert, aber inhaltlich klar wie Günthers "Ja": Banana Joe will's nicht nur vollbekleidet. Er vermisst eine Nacktbarin! Und ich auch! Er und ich = wir, also:
Wir fordern: JEDE Ausgabe der ZZ mit Nacktbarin!
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23. März 2026
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