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Wir sind nicht bloß Brüder, nicht bloß Blutsbrüder, nein wir sind Kartoffelbreibrüder. Leider Gottes wurde und wird der Kartoffelbrei in der Kunst sträflich (das sagt man an dieser Stelle immer) vernachlässigt, zu Ungunsten der Salzkartoffel und der Nudel. Das einzige nennenswerte Gemälde, das die KI bezüglich Kartoffelbreis anbietet, ist David Potwins „Potato Eater“. Ich kannte vorher weder Maler noch Gemälde, und ich kann mich des Eindrucks kaum erwehren, dass dieser Farbkleckser Potwins auf Seiten der Salzkartoffel oder der Nudel steht und daher plumpe Anti-Kartoffelbrei-Propaganda abgeliefert hat:
Verblüffend, was Sie schreiben. Da stimmt ja jedes Wort! Wie konnten Sie wissen, dass ich Kartoffel-Geringschätzer bin, aber Kartoffelbrei liebe? Okay, Kant wusste auch nicht, woher er das mit Steinmeier wusste, aber trotzdem: Meinen Respekt. Wenn ich mir schmeicheln wollte, würde ich sagen: Ich dichte offenbar hinreichend heinesch, um vom kundigen Leser verstanden zu werden. Der kann mir quasi in die Seele gucken, wenn er's liest, und so soll's ja sein. (Danke übrigens für "heinesch". Heine ist unter meinen Lieblingsdichtern die Nr. 1, aber das war Ihnen sowieso klar, schätze ich.)
Je nun! Widmen wir uns den Kartoffeln. Für mich ein wirklich interessantes und relevantes Thema, denn, Hosen runter: Ich bin Süddeutscher (Südwest), das heißt Spätzlefresser. Spätzle und Nudeln, am besten jeden Tag. Wenn Sie mit diesen Gottesgeschenken als Standard-Nahrung aufwachsen, dann ist Ihnen die Kartoffelverachtung quasi genetisch eingebrannt. Kein Entkommen möglich. Nur wenn die Oma einen Kartoffelbrei serviert, sprechen Sie drauf an, oder auch mal auf Bratkartoffeln, aber sonst herrscht tiefe Nacht. Vor allem bei Salzkartoffeln. Sie sprechen es ja an! Salzkartoffeln sind der Feind, das absolute no-go, die kulinarische Kreuzigung. Hier kann es keine Überlebenden geben, jedenfalls nicht in Süddeutschland. Der Süddeutsche versteht ja nicht mal, wieso die Kartoffel überhaupt als ernsthaftes Nahrungsmittel gehandelt wird, d.h. als sättigendes (vgl. Sättigungsbeilage! Das behaupten sie ja von der Kartoffel!). Nein, der Süddeutsche hält die Kartoffel für eine Art exotisches Gemüse, das man VIELLEICHT hier und da mal neben das Schnitzel legen kann, aber warum eigentlich, da doch richtiges Gemüse viel besser schmeckt.
Sie sehen: Ich entspreche kartoffelmäßig genau Ihrer Beschreibung. Wir sind kartoffelverwandt bis ins Detail. Das freut mich, das fühlt sich gut an, denn es ist mal was anderes. Wie oft schon wurde ich von Kartoffelfressern diskriminiert, besonders von den norddeutschen! Diese Menschen haben kein Verständnis für Spätzlefresser. Lehnen sie ab. Emfinden sie als Angriffskrieg auf die Kartoffel. Manche haben vermutlich noch nie eine Nudel im Mund gehabt, oder es ist ihnen nicht aufgefallen, weil's so selten war. So, und jetzt noch ein Wort zu "Rote Bete": Auch da herrscht Übereinstimmung mit Ihnen. Mag ich nicht, interessiert mich nicht, finde ich tuckig. Es ist erschreckend!
Da! Der Spaltenpoet @Es geschah bei Tisch ist völlig auf meiner Kartoffelbrei-Seite, warum sonst hätte er gedichtet:
„Kartoffeln und Bete geschrumpelt“
Kann man Geringschätzung für Kartoffeln (gemeint sind natürlich Salzkartoffeln, aber das wäre eine Silbe zu viel) und Bete besser, eleganter, bündiger, ja heinescher ausdrücken als in dieser einen Zeile? Ich sage nein. Zu Königsberger Klopsen gehört zwangsläufig Kartoffelbrei, manche sagen dazu auch Kartoffelpüree oder schlicht Püree, ich gehöre nicht dazu. Und Rote Bete? Das ist doch Tuckennahrung.
Steinmeiern hören heißt leiden, sprach Kant.
Er wußt' nicht, woher er das wußte,
nur, daß er's wohl irgendwie mußte
bei seinem verschärft visionären Verstand.
Er grübelte fort, bis es rußte.
Längst kalt war'n die Klopse, erstarrt war die Soß',
Kartoffeln und Bete geschrumpelt,
kam Hegeln ins Zimmer gehumpelt:
Ich hörte 'nen Meiern! Bei Gott, 's war ganz groß!
Da hat's dann diskurslich gerumpelt.
Rechtsruck im Internet: So schießt Burda gegen die HuffPost
Fans der deutschen Huffingtonpost sind entsetzt: «Wo sollen wir denn jetzt schreiben?»
Burda stellt das Onlineportal ein, trotz hoher Zahlen. Das ist ein schlimmer Rechtsruck.
Für die Schreiber wäre es früher wegen der Pressekrise schwer gewesen, eine Anschlussverwertung zu finden, aber jetzt zahlt sich aus, immer auf der Seite der richtigen Haltung gewesen zu sein, staatliche Auffanggesellschaften sind in Gründung, so hat Ursula von der Leyen das «Gute-Bundeswehr-Gesetz» auf den Weg in die richtige Richtung gebracht. «Im Wahljahr brauchen wir noch mehr Faktenfinderinnen und Faktenfinder», hieß es aus der Tagesschau. Die ZZ verhandelt über Fördermittel für die Übernahme von diesem einen Typen, der so gut deutsch schreibt.
Geht gar nicht: Hetzpassant ruft Hassparole gegen Demonstrantin
Ja was gibt es da noch weiterzulesen? Die Überschrift sagt ja wohl alles, um die nötige Empörung zu erzeugen. Aber manche sensationslüsterne Leser wollen noch wissen, was der schlimme Satz in Hassforensprache war, also gut, er sagte, und zwar mit hassverzerrtem Gesicht: «Auch Linksnazis?»
Ja, jetzt wünschen viele, sie hätten nichts davon erfahren, und wären lieber dabei geblieben, die Überschrift zu überfliegen. Aber unsere journalistische Pflicht verlangt, dass wir dokumentarisch bis ins Detail gehen.
Hubertus Heil fordert Umbenennung der SPD, weil viele glauben, dass die SPD Unglück bringt
Der Schirmherr über die wöchentlichen Glückszahlen hat beim Abergläubischen-Gipfel im Sozialministerium die Forderung unterstützt, schwarze Katzen zu verbieten. Desweiteren brachte er eine Umbenennung der SPD noch vor den anstehenden Wahlen ins Spiel. «Die Partei der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten muss nicht unter dem unglücksverheißenden Namen SPD antreten, das haben wir durchgerechnet, und gerade als Zeichen für religiöse Vielfalt» und so weiter sagte er der ZZ-Mediengruppe.
Quellen: Immer mehr Studenten finden, dass beim Studieren total viel Zeit draufgeht
Wenn das Studium nur vom Geldbeutel der Eltern abhinge, das ginge ja noch. Aber wie der örtliche Student auf dem Campus sagte: «Da geht total viel Zeit drauf.» Und mit dieser sorge steht er nicht allein. Wenn die künftige Elite besorgt ins Unileben startet, könnte das ein Nährboden werden, aber sie hat dann auch schon ein Motiv, sich für Gerechtigkeit zu engagieren.