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Bärbel Bas hat ihre Follower aufgerufen, heute vor dem Roten Rathaus eine Brandmauer-Rettungsgasse zu bilden, die sie selbst mit ihrer luftgekühlten Harley durchbrausen und so symbolisch für SPD-Wähler freihalten will.
Ernst Reuter würde vermutlich seine berühmte
Pathos-Rede vor dem Reichstagsgebäude 1948
heute so aktualisieren:
I h r V ö l k e r i n B e r l i n,
in Kreuzberg, in Neukölln, in Friedrichshain ...!
S c h a u t i n d i e s e S t a d t
und erkennt, dass ihr diese bunte Stadt
nicht an die Falschen preisgeben dürft!
Des Genitiv's Dativ ist dem Rechtschreibnazi sein innerer Reich's Parteitag, weil der Apostroph richtig sitzt: Apostroph's kommen ja immer vom Genitiv. Oder halt vom Plural. Und besonders erfreulich: Heutzutage ist sogar die Schreibweise "Petra's Haarstudio" zulässig! Der berüchtigte Friseur's-Apostroph ist also offiziell rehabilitiert, und vor allem auch die Salon-Betreiber:innen. Sie werden jetzt nicht mehr als Depp:innen diskriminiert, wenn sie "Cindy's" etc. aufs Schild schreiben. In den USA ist es ja auch nicht so. Von daher würde ich sagen: Der Genitiv ist überhaut erst jetzt vollständig bei uns angekommen, mit all seinen orthographischen Sonderformen. Deutschland hat zur internationalen Grammatik-Gemeinschaft aufgeschlossen. Der Reformdruck durch die Friseur:innen war irgendwann einfach zu groß, schätze ich.
Ist alles gekauft! Hermann der Cherusker und die Lyrik-Brigade. Dass es die jetzt auch noch gibt ... :-) ich schmeiß mich hinters Sofa. Aber klar: Für Lyrik braucht es spezialisierte Lyriknazis. Das habe ich sofort eingesehen und verinnerlicht. Jetzt überlege ich natürlich, ob ich auch einer bin.
@Poeta nocturnus: Hier wurde aber mehrfach "das Apostroph" geschrieben. Sogar "Rechtschreib-Brigade" hat es so geschrieben.
Lyrik ist ja auch gar nicht die Aufgabe der Rechtschreibbrigade, sondern der Lyrik-Brigade, denn die Rechtschreib-Brigade rekrutiert sich bloß aus Grammatiknazis statt aus Lyriknazis.
@Poeta nocturnus Das Bitterste zuerst, damit ich's hinter mir habe: "Apostroph" ist Maskulinum. DER Apostroph.
Diese verfluchten Artikel. Hätte der Wichtigtuer Hermann der Cherusker damals nicht die Römer vertrieben, würden wir heute alle Latein sprechen, und zwar ohne Artikel.
Zunächst: Ich war's. Die selbsternannte Qualitätslyrik ist von mir. Ich freue mich, dass sie gefallen hat! Und danke für die rege Teilnahme hier im Forum!
Es ist hier tatsächlich eine umfassende Erörterung und Aufdröselung des Apostroph-Problem's (<– ja!) in meinem zweiten Vers gelungen (ich liebe Deppen-Apostroph's!). Sämtliche Aspekte dieses speziellen Problem-Apostroph's wurden beleuchtet, auf hohem Niveau diskutiert und mit alternativen Lösung's-Vorschlägen garniert. Ich habe alles gründlich gelesen und sage jetzt, wie ich die Sache sehe.
Das Bitterste zuerst, damit ich's hinter mir habe: "Apostroph" ist Maskulinum. DER Apostroph. Hier wurde aber mehrfach "das Apostroph" geschrieben. Sogar "Rechtschreib-Brigade" hat es so geschrieben (huch!), obwohl er eine Rechtschreib-Brigade ist. Aber Schwamm drüber: Was meinen speziellen Apostroph im Gedicht betrifft, sind sämtliche Überlegungen und Argumente dazu sinnvoll, nachvollziehbar und haltbar. Bei diesem Apostroph kann es aus guten Gründen zu Irritationen kommen, gar keine Frage. Ist ja auch passiert. Aber:
– Der Apostroph ist nicht falsch. "in's" steht für "in des", wie unten richtig bemerkt, und das geht. Na ja, hoffentlich. Es ist halt ein Genitiv-Apostroph. Falls es so was gibt ... seht ihr, jetzt geht's wieder los! Vorhin war ich mir noch ganz sicher! Duden anrufen?
– Aber diese Apostroph-Konstruktion ist zum Glück nicht alternativlos (A. Merkel). Man muss ja nicht "in" und "s" zusammenkleben und einen Apostroph dazwischenquetschen, sondern man kann auch das "s" als eigenes (Kurz-)Wort abtrennen und ihm den Apostroph exklusiv voranstellen, also "Der Mond schien hell in 's Musels Meuchelkammer".
– Und es geht auch die unten vorgeschlagene Variante "Der Mond schien hell in Musels Meuchelkammer". Ich finde die absolut überzeugend! Danke dafür! Die ist vollständig poesiekonform, sie klingt gut, ist verständlich und bringt einen nicht durcheinander.
Sie haben ganz recht, im lyrischen Furioso, dass unten stehendes Gedicht in meinem Innersten auslöste, habe ich ein unschuldiges Apostroph erdolcht. Aber die Frage bleibt: Wofür steht dies Apostroph? Sie sagen, und Sie sagen es mit Recht:
„… sondern wie ein Kollege weiter unten schon richtig gesagt hat, "in's" steht für "in des Musels".“
Das ist korrekt. Ohne Apostroph hätte es also geheißen:
„Der Mond scheint hell in des Musels Meuchelkammer,“
Und das wäre grammatikalisch, orthografisch und metrisch einwandfrei, abgesehen von der Silbenfrage. Aber weil @Qualitätslyrik aus metrischen Gründen eine Silbe einsparen musste oder wollte, setzte er eben einen Apostroph. Ich will hier gar nicht die müßige Frage erörtern, ob vielleicht unter völligem Verzicht des Apostrophs diese Zeile nicht auch sehr wohlklingend gewesen wäre, ungeachtet der Tatsache, das penible Silbenzähler vielleicht, tauchten sie ein in diese Gedichtzeile ohne Apostroph, irgendwann empört mit einer überzähligen Silbe im Maul wieder auftauchen würden. Egal.
Dennoch bleibt bei:
„Der Mond scheint hell in's Musels Meuchelkammer,
hebt Kopf und Säbel schaurig-schön hervor.“
ein kleiner Stolperstein beim Lesen, denn der unvoreingenommene Leser würde doch in diesem Zusammenhang den Apostroph zunächst nicht lesen als „in des“, sondern als „in das“, weil "in das" viel häufiger vorkommt als "in des". Aber "in das" passt natürlich nicht, weil die Meuchelkammer als solche ja weiblich ist, und wessen Kammer ist es - die des Musels. Also schweift der Blick des unvoreingenommenen Lesers wieder zurück in die Zeile bis zum Apostroph, da bemerkt er seinen genitiven Fehler, fährt daher korrekterweise innerlich fort mit „hell in des Musels Meuchelkammer“ usw. ...
Es mag natürlich sein, dass ich hier irre, denn offen gesagt, ich kenne gar keine „unvoreingenommenen Leser“. Möge also der Weltgeist die Frage entscheiden.
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