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Sie haben ganz recht, im lyrischen Furioso, dass unten stehendes Gedicht in meinem Innersten auslöste, habe ich ein unschuldiges Apostroph erdolcht. Aber die Frage bleibt: Wofür steht dies Apostroph? Sie sagen, und Sie sagen es mit Recht:
„… sondern wie ein Kollege weiter unten schon richtig gesagt hat, "in's" steht für "in des Musels".“
Das ist korrekt. Ohne Apostroph hätte es also geheißen:
„Der Mond scheint hell in des Musels Meuchelkammer,“
Und das wäre grammatikalisch, orthografisch und metrisch einwandfrei, abgesehen von der Silbenfrage. Aber weil @Qualitätslyrik aus metrischen Gründen eine Silbe einsparen musste oder wollte, setzte er eben einen Apostroph. Ich will hier gar nicht die müßige Frage erörtern, ob vielleicht unter völligem Verzicht des Apostrophs diese Zeile nicht auch sehr wohlklingend gewesen wäre, ungeachtet der Tatsache, das penible Silbenzähler vielleicht, tauchten sie ein in diese Gedichtzeile ohne Apostroph, irgendwann empört mit einer überzähligen Silbe im Maul wieder auftauchen würden. Egal.
Dennoch bleibt bei:
„Der Mond scheint hell in's Musels Meuchelkammer,
hebt Kopf und Säbel schaurig-schön hervor.“
ein kleiner Stolperstein beim Lesen, denn der unvoreingenommene Leser würde doch in diesem Zusammenhang den Apostroph zunächst nicht lesen als „in des“, sondern als „in das“, weil "in das" viel häufiger vorkommt als "in des". Aber "in das" passt natürlich nicht, weil die Meuchelkammer als solche ja weiblich ist, und wessen Kammer ist es - die des Musels. Also schweift der Blick des unvoreingenommenen Lesers wieder zurück in die Zeile bis zum Apostroph, da bemerkt er seinen genitiven Fehler, fährt daher korrekterweise innerlich fort mit „hell in des Musels Meuchelkammer“ usw. ...
Es mag natürlich sein, dass ich hier irre, denn offen gesagt, ich kenne gar keine „unvoreingenommenen Leser“. Möge also der Weltgeist die Frage entscheiden.
Kein Apostroph zuviel!
"Ins" wäre gleich "in das", das ist hier aber nicht gemeint, sondern wie ein Kollege weiter unten schon richtig gesagt hat, "in's" steht für "in des Musels". Hier ist das Apostroph vollkommen richtig.
Schön übrigens, solche Mitleser und -schreiber zu haben.
Zunächst, das Gedicht von @Qualitätslyrik ist sehr gut. Wie hier schon erwähnt, hat …
„Es knackt im Hals, es strömt das Blut in Bächen,
und fallend nimmt das Haupt ein letztes Bad.“
… mitreißende bildhafte Kraft, und was könnte man Besseres über Lyrik sagen?
Freilich, in …
„Der Mond scheint hell in's Musels Meuchelkammer,
hebt Kopf und Säbel schaurig-schön hervor.“
… scheint es ein Apostroph zuviel zugeben, und zwar bei „in's“, und eins ist gewiss, Platen wäre ein solcher Lapsus nicht passiert, aber meine Damen und Herren, die ZZ-Spalte ist eine Schnellschreiber-Spalte, da legt man nicht ein Gedicht erst noch über Nacht aufs Eis, um es Tags darauf nochmal zu korrigieren. Also geschenkt.
Rätselhaft-metaphysisch dann das Ende:
„Und wer nun glaubt, dies käm' vom Hexenhammer,
der schau' auch mal in Frankensteins Labor.“
Dies gibt in der Tat zu denken. Was ist gemeint mit „Frankensteins Labor“? Gibt es hier vielleicht eine lyrische Brücke zu Igor, dem Medizinisch-Technischen Assistenten (MTA) von Dr. Frankenstein? Oder steht „Frankensteins Labor“ stellvertretend für den neuen Menschen, erschaffen durch die KI, ein perfektes Wesen, aber ohne Gehirn und ohne Negerschwanz? Die Frage stellt sich, und noch andere.
In Prosa hieße es "in der Meuchelkammer des Musels"
Also die Meuchelkammer im Nominativ und der Musel im Genitiv. Der Musel ist aber nur ein Attribut der Meuchelkammer und ein Attribut kann vorn sogut wie hinten stehen. Und "in des" geht auch als in`s. Was sagt die RS-Brigade?
"in [de]s Musels Meuchelkammer" - lyrisch-literarisch abgekürzt, geht.
Wär aber gar nicht nötig: "in Musels Meuchelkammer" wär auch o.k.
Besonders gelungen der Anfang, Anklang an "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen"...
So ändern sich die Themen.
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