Diese Website verwendet keine Cookies für Analyse, Tracking oder Marketing.
Das eingebettete YouTube-Video verwendet Cookies von Drittanbietern, diese laden wir nur mit Ihrer Zustimmung.
Der Biber ist Haustier des Jahres 2026. Er verdrängte in zahlreichen Haushalten Hunde und Katzen, Zwerghasen und Meerschweinchen, Schildkröten und Kanarienvögel, ja sogar Hausmäuse. Dieser erstaunliche Trend zum Biber wurde ausgelöst durch einen unscheinbaren Biber-Artikel in der "Welt", worin auch ein Biberberater erwähnt wurde, und der von einem Leser der "ZellerZeitung" in die dortige Leserbriefspalte kopiert wurde. Das enorm auflagenstarke Blatt verzeichnete daraufhin eine breite Online-Debatte über Biberfragen aller Art, und nicht zuletzt über Biberberater: Dieser absonderliche Beruf erheiterte die Leser so sehr, dass die Biber-Debatte unablässig weiter befeuert wurde und der Biber eine nie dagewesene Breitenwirkung entfaltete. Vereinzelte Leser-Berichte über den Biber als Haustier brachten dann den Durchbruch: Jetzt wollten alle den putzigen Gesellen im Haus haben. Viele von ihnen machten auch tatsächlich ernst, sie bestürmten die Zoohandlungen, empörten sich über die dortige Biberknappheit, verlangten Biberbestellungen im großen Stil – und kauften, kauften, kauften.
Wie es ihnen mit ihrem neuen Haustier ergeht, ist noch nicht bekannt. Die INSA-Umfrage hat gerade erst begonnen. Sie wird auch nach den früheren Haustieren der Biberbesitzer fragen: Sind sie auch noch in der Wohnung, oder wurden sie gegangen? Wie vertragen sie sich ggf. mit dem Biber? Zeigt der Biber ihnen gegenüber rassistische Tendenzen (oder umgekehrt)? Bei Gegangenwordensein: Sind sie in einem anderen Haushalt untergebracht worden, oder wurden sie ausgesetzt/gekeult/ertränkt etc. pp.? INSA-Chef Hermann Binkert verspricht eine "seriöse Untersuchung" und "spannende Ergebnisse". Er ist selbst Tierhalter und von daher "ganz persönlich interessiert" an der Biberstudie. Binkert hält sich übrigens einen Otter, wie er uns verriet, aber der komme für die meisten Menschen nicht in Frage: "Zu nass."
Biberberater ist out, Clanberater ist in. Vorteile: Hohes Salär (plus Boni), Arbeit mit Mandatsträgern, Dienstfahrzeug (AMG). Nachteil: Ab und an Aushilfe am Baggersee, Beton mischen, Boot fahren usw. Dafür gibt’s aber Schmutzzulage.
Ja, er ist gekommen! Der Mann fürs Grobe, den die Republik schon so lange gebraucht hätte, ist endlich da. Jetzt wird slles gut. Denn machen wir uns nichts vor: Wo Gewalt nötig ist, ist die Demokratie am Ende. So was kann sie nicht, so was will sie ja nicht mal. Aber sie ist bedroht von genau den Figuren, die nur mit Gewalt zu bezwingen sind: Nicht Clowns wie Amthor oder Lindh, die kann man leben lassen, sondern Leute wie Wüst und Günther, die im Namen der Demokratie Verbrechen begehen. Das sind die Gefährlichsten, denn sie klammern sich wie Zecken an die Demokratie und saugen sie aus. Aber Zecken bekommt man bekanntlich nur vom Wirt herunter, indem man sie vernichtet. Noch nie ist eine freiwillig wieder rausgekrabbelt! Das könnte sie auch gar nicht, weil sie mit ihren Beißwerkzeugen im Wirt feststeckt! Und daher: zeckii delendam sunt. Ohne Alternative. Wenn die Demokratie überleben soll, muss es einer für sie tun. Ein Mann ohne Gewissen, aber mit Liebe zum Volk. Citizen Vigilante. Hier heiligt der Zweck die Mittel.
Wir verspotten hier Lindh und Amthor, und wir haben objektiv Anlass dazu, aber Lindh und Amthor würden den Spott gar nicht verstehen. Der Grund ist für Außenstehende nicht nachvollziehbar: Weil sie sich selber völlig ernst nehmen. Unglaublich! Das muss man sich mal reinziehen! Aber ist so. Die sind wie zwei Biber, die sich selber völlig ernst nehmen – nur halt nicht als Biber, sondern als Politiker. Da liegt der Biber im Pfeffer.
Die Online-Satirezeitung powered by Bernd Zeller
23. Mai 2022
Bundesverfassungsgericht nimmt keine Grundrechte-Klagen mehr an
Das sogenannte Jedermanns-Recht auf Klagen wegen vermeintlicher Verletzung von Grundrechten bleibt bestehen, aber diese Klagen werden vom Verfassungsgericht nicht mehr angenommen. «Die Rechtsprechung ist abgeschlossen, es kann nicht darum gehen, dass wirklich Jedermann mal klagen kann», heißt es von der Pressestelle in alter Sprache, aber das Juristendeutsch ist eben so. Außerdem seien die Klagen geeignet, das Vertrauen in den Staat zu untergraben. «Die Grundrechte sind ein hohes Gut, der Staat ist per Verfassung an ihre Wahrung gebunden, das schließt in einer Demokratie die Bevölkerung erst recht mit ein», so Gerichtspräsident Harbarth gegenüber der ZZ.
SPD-Masochist hat lieber Zuckerbrot
Die Vielfalt ist um eine Facette reicher und damit bunter. Masochisten haben es gerne bisweilen schmerzhaft, so dass es wehtut, aber auch hier gibt es nicht nur schwarzweiß oder bunt. Der örtliche Masochist von der SPD wählt statt der Peitsche lieber das Zuckerbrot. «Das ist mir irgendwie noch härter», begründet er seine Vorliebe, die er natürlich nicht zu begründen braucht. Wie schon Nietzsche gesagt hätte, wenn er darauf gekommen wäre: Gehst du zum sozialen Konstrukt, vergiss das Zuckerbrot nicht!
Beschluss des Wissenschaftsausschusses: Dem Zentralrat der Wissenschaftler gehören alle Wissenschaftler an
Nicht erst jetzt, aber gerade jetzt muss auf die Wissenschaftler gehört werden. Darum werden alle Wissenschaftler in den Zentralrat der Wissenschaftler aufgenommen, der die Regierung und die Bürger in allen wichtigen Fragen bestimmend berät. «Wissenschaft ist, was Wissen schafft», sagte die Wissenschaftsministerin bei passendem Anlass.
Diese Strategie verfolgt Putin beim 9-Euro-Ticket
Geht es Putin wirklich darum, durch überfüllte Busse und Bahnen die Menschen zum Auto zurückzutreiben und so in Abhängigkeit von Benzin und Diesel zu halten, oder steckt mehr dahinter? Experten haben eine klare Antwort: «Nein», sagen sie, «da steckt nicht mehr dahinter, um das mit der Abhängigkeit geht es», so ihre Analyse.